Event 2017

Bikes, Trikes, Quads und Seitenwagengespanne – soweit  das Auge blicken kann!

13:50 Uhr, es ertönt ein Böllerschuss – 13:55 Uhr, ein weiterer – 14:00 Uhr, ein Böller-Reigen erschallt und der Sound von 700 Bikes sowie rund 15 Begleitfahrzeugen zerreißt die Stille!  Aufbruch zur 6. DGM-Muskeltour!

Das Funkeln in den Augen der gehandicapten Menschen, die im Cabrio mitfahren konnten, das Strahlen der Gesichter der Kinder, die noch nie zu vor so etwas erleben durften sowie der Stolz der Bikerinnen und Bikern auf ihre Maschinen – all dies machte den Start zum Gänsehaut-Feeling!

Auf besondere Ladung des Landrates aus dem benachbarten Ostalbkreis führte der Konvoi aus dem bayerischen Nördlingen in die rund 30 Kilometer entfernte, malerische Stadt Ellwangen. Eine zu großen Teilen in zwei Bundesländern stattfindende Konvoiausfahrt war in den vergangenen Jahren immer mit sehr großem organisatorischen Aufwand und Barrieren verbunden – deshalb kaum durchführbar. Doch in diesem Jahr wurde es Realität. Bevor sich der etwa 5 Kilometer lange Konvoi auf die Strecke von 98 Kilometern unter dem Begleitschutz der Baden-Württembergischen Polizei durch das „Ländle“ schlängelte, eröffnete Wolfgang Fierek zusammen mit dem Oberbürgermeister der Stadt Nördlingen, Hermann Faul und dem Vorsitzenden des Vereins Matthias Küffner um 13 Uhr die Veranstaltung. Hierbei wurde bereits eine erste Spende der Stadt Nördlingen in Höhe von 200 Euro sowie eine weitere Spende des Noris Chapter Nürnberg in Höhe von 75 Euro an den Förderverein übergeben, bevor sich kurze Zeit später die Schar der Maschinen in Bewegung setzte.

Alle waren sie gekommen – die großen Kommunalpolitiker: Landrat Klaus Pavel, Oberbürgermeister der Stadt Ellwangen Karl Hilsenbek, Bürgermeister Volker Grab und natürlich auch der Oberbürgermeister der die Muskeltour beheimatenden Stadt Nördlingen, Hermann Faul. Mit großem Respekt und Anerkennung würdigte Landrat Klaus Pavel all die Kraft und Energie, mit der Menschen mit neuromuskulären Erkrankungen ihr Leben meisterten. Der Kampfesgeist dieser betroffenen Personen sei „höchst beeindruckend“. Dies wolle er „…würdigen und auch die Erforschung dieser progressiven Erkrankungen unterstützen!“, so Klaus Pavel. Bereits im Vorfeld überreichte er daher einen Scheck in Höhe von 2.000 Euro der Sparkassenstiftung Ostalb, deren Vorstandsvorsitzender Pavel, dessen Intention es ist die Vereinsziele zu unterstützen. Eine weitere Spende in Höhe von 200 Euro wurde durch den Oberbürgermeister Hilsenbek an den Verein getätigt. „Noch nie zuvor waren so viele Pferdestärken gleichzeitig auf diesem Platz“, so Oberbürgermeister Hilsenbek. Allen voran stand auch Stargast und Filmschauspieler Wolfgang Fierek. Der langjährige Weggefährte der Veranstaltung und stetiger Roadmaster des Konvois ging sogar so weit, zu sagen, dass er sich in schlechten Phasen immer ein Beispiel daran nehme und seine „Sorgen und Probleme“ plötzlich nichtig und klein erscheinen. Die Besonderheit einer länderübergreifenden Konvoiausfahrt nutzte der Vorsitzende der Muskeltour auch während seiner Rede auf dem Ellwanger Marktplatz, um klarzustellen, dass Muskelkrankheiten keine Grenzen kennen. Schließlich dankte Küffner sowohl Landrat Pavel, als auch Oberbürgermeister Hilsenbek für den freundlichen Empfang im Ostalbkreis und hier speziell auf dem Ellwanger Marktplatz, seinen Vorstandskollegen, allen Helferinnen und Helfern sowie den sich betätigenden Motorradclubs.

Die Muskeltour besann sich 2017 auf ihre ursprünglichen Stärken: Zurück zu einer reinen Motorrad-Veranstaltung, bei der es ausschließlich um die Interessen und Belange der Bikerinnen und Biker ging! Kinderland, Tombola, abendliches Partyprogramm mit Bands, Artisten, Erotikshow und viele andere Rahmenprogrammpunkte der letzten Jahre wurden von den Veranstaltern durch eine Erweiterung der Tour so wie der Rast ersetzt. Ebenfalls wurde der Veranstaltungstag auf einen Sonntag verlegt, sodass eine größere Besucherzahl möglich wurde.

Eine weitere höchst beeindruckende Spendenübergabe gab es während der Rast in Ellwangen durch die Motorradfreunde Röhlingen, die den unglaublichen Betrag in Höhe von 750 Euro aus ihrer Vereinskasse beisteuerten.

Letztlich wurde der Wander-Ehrenpreis des Vereins übergeben. Diese Würdigung wird jährlich an Personen verliehen, die sich in besonders hohem Maße für die Belange und Bedürfnisse behinderter Menschen ehrenamtlich engagieren. Gewürdigt wurde diesjährig Josef Sebastian Winter aus Ellwangen, der seit über 20 Jahren ebenfalls eine Benefiz-Beiwagenmotorradausfahrt in der Konrad Biesalski-Schule Wört organisiert und ausführt. Hierzu kommen jährlich bis zu 20 Beiwagengefährte aus ganz Süddeutschland um den Schülerinnen und Schülern der Körper- und Mehrfachbehinderten-Schule einen Ganztagsausflug zu schenken. Dieses Engagement leistete Herr Winter nicht während seiner Dienstzeit, sondern absolviert dies komplett in seiner Freizeit, auch jetzt noch, nachdem er bereits pensioniert ist. „Ich tue dies alles von ganzem Herzen und tue dies sehr gerne!“, so Winter.

Aufgrund des einsetzenden Regens, „flüchteten“ leider einige Motorradfahrer/-innen auf die Heimreise, so dass der Konvoi die Rückfahrt nur noch dezimiert antreten konnte. Dennoch tat dies der Stimmung bei Ankunft auf der Kaiserwiese keinen Abbruch. Bei Hähnchen, Spießbraten, Würstchen und den berühmten „Flammkuchen“ der Fladen-Piraten feierten die Teilnehmer eine gelungene Veranstaltung. DJ und Radiomoderator Christof Öhm heizte den Besuchern noch mit Rock-Classics ordentlich ein. Gegen 20 Uhr endete die Veranstaltung mit dem Resümee, keine Zwischenfälle oder Unfälle aber dafür strahlende und zufriedene Besucher gehabt zu haben.

Last but not least geht der Dank an alle ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in Nördlingen/Ellwangen aus teils großer Entfernung oder auch im Vorfeld der Vorbereitungen, an alle Motorradclubs und Motorradfreunde, die den Konvoi eingewiesen, begleitet und während der Rast versorgt haben, an die Stadtverwaltungen und Ordnungsämter Ellwangen.

 

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